Ein junges Paar sitzt gemeinsam am Tisch und rechnet sich den Stundenlohn aus.

Stundenlohn als Helfer: So kalkulierst du richtig

Du willst als Helfer in deiner Nachbarschaft Geld verdienen – aber wie viel sollst du eigentlich verlangen? Zu wenig und du arbeitest unter Wert. Zu viel und niemand bucht dich. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deinen Stundenlohn als Helfer fair und realistisch kalkulierst, sodass du angemessen verdienst und trotzdem Aufträge bekommst.

Das Wichtigste auf einen Blick

TätigkeitsartStundenlohn 2026
Einfache Tätigkeiten12-15 €
Mittlere Tätigkeiten15-20 €
Qualifizierte Tätigkeiten20-30 €
Spezialisierte Tätigkeiten25-40 €

Mindestlohn Österreich 2026: 12,00 € brutto (Kollektivvertrag Reinigung). Bei Bezahlung mit Dienstleistungsscheck inklusive Sonderzahlungen etwa 15-17 € pro Stunde.

Einen Überblick über alle rechtlichen Rahmenbedingungen findest du im Artikel Nebenjob in Österreich 2026.

Warum der richtige Stundenlohn als Helfer wichtig ist

Viele Einsteiger machen den Fehler, sich unter Wert zu verkaufen. „Ich nehm einfach 10 €, dann bucht mich sicher jemand“ – so der Gedanke. Aber diese Strategie hat Nachteile, die du vielleicht nicht bedenkst.

Das Problem mit einem zu niedrigen Stundenlohn

Wenn du zu wenig verlangst, verdienst du offensichtlich weniger als du könntest. Aber es gibt noch weitere Effekte: Auftraggeber werden manchmal misstrauisch, wenn jemand auffällig billig ist. Sie fragen sich, warum du so wenig nimmst – stimmt etwas mit der Qualität nicht? Außerdem fühlst du dich nach einiger Zeit ausgenutzt und verlierst die Motivation. Und ist der Preis einmal niedrig etabliert, wird es schwer, ihn später zu erhöhen.

Das Problem mit einem zu hohen Stundenlohn

Auf der anderen Seite führt ein überhöhter Stundenlohn als Helfer zu weniger Aufträgen. Auftraggeber vergleichen und wählen günstigere Alternativen. Du musst den höheren Preis dann rechtfertigen können – was nur gelingt, wenn du tatsächlich mehr bietest als andere.

Das Ziel: Ein fairer Stundenlohn

Der ideale Stundenlohn als Helfer ist fair für beide Seiten. Du verdienst angemessen für deine Zeit und Arbeit, der Auftraggeber bekommt gute Arbeit zu einem vernünftigen Preis. Auf Lokali findest du Auftraggeber, die genau das suchen – zuverlässige Helfer zu fairen Preisen.

Marktübliche Stundenlöhne in Österreich 2026

Hier eine Übersicht, welcher Stundenlohn als Helfer für verschiedene Tätigkeiten üblich ist. Diese Werte sind Richtwerte – in Wien und anderen Großstädten liegen die Preise oft am oberen Ende, in ländlichen Gebieten eher am unteren.

Einfache Tätigkeiten: 12-15 € pro Stunde

In diese Kategorie fallen Rasenmähen und einfache Gartenarbeit, Einkaufen und Besorgungen erledigen, Aufräumen und Entrümpeln, Laub rechen und Schnee schaufeln sowie Umzugshelfer-Tätigkeiten wie Kisten tragen. Diese Arbeiten erfordern keine besonderen Vorkenntnisse und sind schnell erlernbar.

Mittlere Tätigkeiten: 15-20 € pro Stunde

Etwas höher liegt der Stundenlohn als Helfer bei Putzen und Haushaltsreinigung, Kinderbetreuung und Babysitten, Haustierbetreuung, Möbel aufbauen, Senioren-Begleitung sowie Auto waschen und pflegen. Hier ist entweder mehr Verantwortung gefragt oder ein gewisses Maß an Sorgfalt und Zuverlässigkeit besonders wichtig.

Übrigens: Wie Auftraggeber faire Helfer für solche Tätigkeiten finden, erklären wir im Artikel Haushaltshilfe finden.

Qualifizierte Tätigkeiten: 20-30 € pro Stunde

Mehr Geld gibt es für Nachhilfe geben, IT-Support und Technik-Hilfe, kleinere Reparaturen, professionelle Gartenpflege mit Fachwissen sowie Eventhelfer und Catering-Service. Hier bringst du Wissen oder Fähigkeiten mit, die nicht jeder hat.

Spezialisierte Tätigkeiten: 25-40 € pro Stunde

Der höchste Stundenlohn als Helfer ist für spezialisierte Leistungen angemessen: Nachhilfe in schwierigen Fächern wie Mathematik oder Physik für die Matura, Programmierung und Webdesign, handwerkliche Facharbeiten sowie Buchhaltung und Büroarbeiten. Diese Tätigkeiten erfordern entweder eine Ausbildung oder jahrelange Erfahrung.

Auf Lokali findest du Aufträge in allen Kategorien – von einfachen Hilfsarbeiten bis hin zu spezialisierten Dienstleistungen.

So kalkulierst du deinen Stundenlohn als Helfer

Die Kalkulation deines Stundenlohns erfolgt in drei Schritten: Basiswert ermitteln, Aufschläge hinzurechnen und Nebenkosten einkalkulieren.

Schritt 1: Basiswert ermitteln

Starte mit dem Mindestlohn als absolute Untergrenze. In Österreich liegt dieser 2026 je nach Branche zwischen 12,00 € und 14,50 € brutto. Für Tätigkeiten in Privathaushalten gelten die Mindestlöhne laut vida-Kollektivvertrag.

Bei Bezahlung mit Dienstleistungsscheck liegt der effektive Mindestlohn inklusive Sonderzahlungen bei etwa 15-17 € pro Stunde. Das ist ein guter Basiswert für viele Helfer-Tätigkeiten.

Schritt 2: Aufschläge für deine Situation

Erhöhe den Basiswert je nach deinen persönlichen Voraussetzungen.

Erfahrung macht einen Unterschied: Ohne Erfahrung bleibst du beim Basiswert. Mit 1-2 Jahren Erfahrung kannst du 1-2 € aufschlagen, mit mehr als 3 Jahren sogar 2-4 €.

Qualifikation rechtfertigt höhere Preise: Eine relevante Ausbildung bringt 2-3 € extra, Zertifikate oder Kurse 1-2 €, besondere Fähigkeiten 2-5 €.

Aufwand der Tätigkeit spielt ebenfalls eine Rolle: Körperlich anstrengende Arbeit rechtfertigt 1-2 € mehr, schmutzige oder unangenehme Tätigkeiten 1-3 €, Zeitdruck oder Wochenendarbeit 2-4 €.

Region beeinflusst das Preisniveau: In Großstädten wie Wien, Graz oder Linz kannst du 1-3 € mehr verlangen. In ländlichen Gebieten bleibst du eher beim Basiswert oder leicht darunter.

Schritt 3: Nebenkosten einrechnen

Vergiss nicht die versteckten Kosten, die deinen effektiven Stundenlohn als Helfer schmälern. Dazu gehören Anfahrtszeit und eventuell Spritkosten, Material wenn du eigenes Werkzeug oder Putzmittel mitbringst, eine eventuelle Haftpflichtversicherung sowie Steuern ab 730 € Jahresgewinn.

Tipp: Entweder rechnest du Fahrtkosten separat ab (zum Beispiel 0,42 € pro Kilometer) oder du kalkulierst sie in deinen Stundenlohn ein. Beides ist legitim, aber kläre es vorher mit dem Auftraggeber.

Welche steuerlichen Pflichten du hast, erklärt unser Artikel Nebenjob anmelden in Österreich.

Beispielrechnungen für deinen Stundenlohn

Hier drei konkrete Beispiele, wie du deinen Stundenlohn als Helfer kalkulieren kannst.

Beispiel 1: Gartenarbeit

Du hilfst einem Nachbarn beim Rasenmähen und Hecke schneiden. Der Basiswert liegt bei 12 €. Weil die Arbeit körperlich anstrengend ist, kommen 2 € dazu. Du bringst deinen eigenen Rasenmäher mit, das rechtfertigt 1 € extra. In einer Kleinstadt bleibt die Region neutral. Ergebnis: 15 € pro Stunde.

Wie Auftraggeber passende Gartenhelfer finden, beschreiben wir übrigens im Artikel Gartenhilfe finden.

Beispiel 2: Nachhilfe Mathematik

Du gibst einem Schüler Mathe-Nachhilfe für die Matura. Der Basiswert für qualifizierte Tätigkeiten liegt bei 15 €. Dein Studium als Qualifikation bringt 3 € extra. Mathematik gilt als schwieriges Fach, also nochmal 2 €. Und du musst dich auf jede Stunde vorbereiten, das rechtfertigt weitere 2 €. Ergebnis: 22 € pro Stunde.

Beispiel 3: Umzugshilfe am Samstag

Du hilfst einer Familie beim Umzug – Kisten schleppen und Möbel tragen. Der Basiswert liegt bei 12 €. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend, das bringt 3 € extra. Für Wochenendarbeit kommen nochmal 2 € dazu. Ergebnis: 17 € pro Stunde.

Stundenlohn kommunizieren: So machst du es richtig

Deinen Stundenlohn als Helfer professionell zu kommunizieren ist genauso wichtig wie ihn richtig zu kalkulieren.

Transparent sein von Anfang an

Nenne deinen Stundenlohn gleich zu Beginn. Keine bösen Überraschungen für den Auftraggeber. Eine gute Formulierung wäre zum Beispiel: „Mein Stundenlohn liegt bei 18 €. Dafür bringe ich mein eigenes Werkzeug mit und räume am Ende alles sauber auf.“

Pauschalpreise für wiederkehrende Aufgaben

Für regelmäßige Aufträge kann ein Pauschalpreis sinnvoll sein. Zum Beispiel „Rasenmähen alle 2 Wochen: 40 € pro Einsatz“ oder „Wöchentliche Reinigung, 2 Stunden: 35 €“. Das gibt beiden Seiten Planungssicherheit und spart Diskussionen.

Preise nicht rechtfertigen müssen

Du musst deinen Stundenlohn als Helfer nicht verteidigen. Ein einfaches „Das ist mein Stundenlohn“ reicht völlig aus. Wer verhandeln will, kann das tun – aber du entscheidest, ob du darauf eingehst.

Bei Stammkunden flexibel sein

Wer dich regelmäßig bucht, darf ruhig einen kleinen Rabatt bekommen. Das sichert dir verlässliches Einkommen und ist eine faire Geste gegenüber treuen Kunden.

Häufige Fehler bei der Stundenlohn-Kalkulation

Diese Fehler solltest du unbedingt vermeiden, wenn du deinen Stundenlohn als Helfer festlegst.

Sich unter Wert verkaufen

„Ich nehm nur 8 €, ich brauch das Geld.“ Das klingt verständlich, aber du arbeitest damit unter Mindestlohn und schadest dir selbst. Niemand kann von 8 € pro Stunde leben, und du signalisierst, dass deine Arbeit wenig wert ist.

Freundschaftspreise für alle

„Für Nachbarn mach ich’s billiger.“ Ein netter Gedanke, aber irgendwann bist du der billige Helfer für das ganze Viertel und verdienst nichts mehr richtig. Freundschaftspreise sollten die Ausnahme bleiben, nicht die Regel.

Keine klare Abrechnung

„Dauert eh nicht lang, lass mal.“ Am Ende arbeitest du 3 Stunden und bekommst 20 €. Kläre vorher, wie abgerechnet wird – pro Stunde oder pauschal – und halte dich daran.

Anfahrt vergessen

30 Minuten Anfahrt für 1 Stunde Arbeit? Dann verdienst du effektiv nur die Hälfte deines Stundenlohns. Rechne die Anfahrt entweder separat ab oder beziehe sie in deine Kalkulation ein.

Preis nachträglich ändern

„Ach, war doch mehr Arbeit, das kostet jetzt mehr.“ Das wirkt unprofessionell und verärgert Auftraggeber. Kläre den Umfang vorher und bleib bei deinem Preis. Wenn sich der Umfang während der Arbeit massiv ändert, sprich es sofort an – nicht erst bei der Rechnung.

So gehst du mit Preisverhandlungen um

Manchmal versuchen Auftraggeber, über deinen Stundenlohn als Helfer zu verhandeln. Das ist ihr gutes Recht, aber du musst nicht jeden Preis akzeptieren.

Wenn jemand sagt „Das ist mir zu teuer“, kannst du antworten: „Ich verstehe. Das ist mein Standardpreis für diese Arbeit. Vielleicht finden Sie jemand anderen, der günstiger ist.“

Bei „Der letzte hat nur 10 € genommen“ sagst du einfach: „Mein Preis liegt bei X €. Dafür bekommen Sie zuverlässige Arbeit und ich bin pünktlich da.“

Und auf „Können Sie nicht was am Preis machen?“ antwortest du: „Bei regelmäßigen Aufträgen kann ich Ihnen gerne entgegenkommen. Wie oft bräuchten Sie mich?“

Du musst nicht jeden Auftrag annehmen. Wer deinen Preis nicht zahlen will, ist vielleicht einfach nicht der richtige Kunde für dich.

Geringfügigkeitsgrenze im Blick behalten

Wenn du als Helfer Geld verdienst, denk an die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 € pro Monat. Überschreitest du diese Grenze, wirst du sozialversicherungspflichtig.

Rechenbeispiel

Bei einem Stundenlohn von 15 € kannst du maximal etwa 36 Stunden pro Monat arbeiten, bevor du die Grenze überschreitest. Die Rechnung: 551,10 € geteilt durch 15 € ergibt 36,7 Stunden.

Bei 20 € Stundenlohn sind es nur noch etwa 27 Stunden, bei 12 € immerhin 45 Stunden. Je höher dein Stundenlohn als Helfer, desto weniger Stunden kannst du arbeiten, ohne die Grenze zu überschreiten.

Alle Details zur Grenze und was bei Überschreitung passiert, findest du im Artikel Geringfügigkeitsgrenze 2026.

Fazit: Dein Stundenlohn, dein Wert

Ein fairer Stundenlohn als Helfer ist keine Gier – er ist Anerkennung für deine Zeit und Arbeit. Kalkuliere realistisch, kommuniziere transparent und steh zu deinem Preis.

Die Faustformel: Nimm den Mindestlohn von 12 € als Basis und addiere Aufschläge für Erfahrung, Qualifikation und Aufwand. Für die meisten Helfer-Tätigkeiten landest du dann bei 15-20 € pro Stunde. Das ist fair für dich und für deine Auftraggeber.

Bereit, deine Fähigkeiten anzubieten? Auf Lokali findest du Menschen in deiner Nachbarschaft, die genau jetzt Hilfe suchen – und du bestimmst selbst, was du verdienen willst.

Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026

Alle Angaben ohne Gewähr. Die genannten Stundenlöhne sind Richtwerte und können je nach Region und Situation variieren.